Monatsandacht

Oktober und November 2017

So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. (Röm 10,17)

Auf seinem Weg durch das Land predigte Jesus an vielen Orten. So kam er mit seinen Jüngern und vielen, die ihm folgten, auch nach Bethanien in der Nähe von Jerusalem.

"Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu." (Lk 10,38f)

Bei den Schwestern Marta und Maria und deren Bruder Lazarus (Joh 11 und 12) ist Jesus mit seinen Jüngern wiederholt zu Gast gewesen.

Von dem jetzigen Aufenthalt wird kurz und knapp berichtet:          
"Marta … nahm ihn auf." Doch das Entscheidende ist etwas anderes: "Maria … setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu."

Maria ergreift und nutzt die kostbare Gelegenheit, das von Jesus, dem Sohn Gottes, verkündigte Wort Gottes zu hören. Alles andere, mochte es noch so wichtig sein, mußte jetzt warten und demgegenüber zurücktreten.

Das Hören des Wortes Gottes ist auch heute für einen jeden Menschen das absolut Wichtigste. Warum? – Weil Jesus der Heiland ist und es deshalb heilsentscheidend ist: ob jemand kommt und auf Gottes Wort hört und an Jesus glaubt und durch ihn gerettet wird; oder ob er fernbleibt und ohne Jesus verloren ist.

"Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen." (V.40a) Das ganze Haus war voll. Jesus, seine Jünger, und noch viele andere dazu, sie alle versorgen, das war richtig Arbeit. Aber Marta packte die Arbeit an. Es war ja, um "ihm zu dienen", ihm, dem "Herrn"!

Und auch als die zur Begrüßung gehörende Erstversorgung der Gäste gelaufen war, machte Marta sich noch weiter zu schaffen, Doch bald merkte sie: man ließ sie damit allein. Wo blieb die Mithilfe ihrer Schwester? "Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie mir helfen soll!" (V.40)

"Der Herr aber antwortete: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden." (V.41f)

Jesus sieht Martas Arbeit, die ihr über den Kopf wächst, durchaus und bestätigt ihr: "Du hast viel Sorge und Mühe." Und er hat sie bisher machen lassen und nichts dazu gesagt. Aber jetzt sagt er ihr: So wichtig dies oder jenes sein mag: "Eins aber ist not", eins ist notwendig, ist wichtiger als alles andere. Nämlich: das Wort Gottes hören. "Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden." (V.42) Während Maria ihrer Schwester sonst immer geholfen hat, hat sie sich jetzt für das noch viel Wichtigere, für das Wichtigste entschieden: auf Gottes Wort hören!

Und was tust Du am Sonntagmorgen? Was für Gründe gibt es, daß Dein Platz in der Kirche leer ist? Was für Gründe, daß die Bibel im Schrank steht und daß Tag für Tag Deines Lebens dahingeht, an dem der lebendige Gott, dein Schöpfer und Erlöser, mit Dir reden will? Kostbare Heilszeit. Es gibt ein Zu Spät.

Maria hat erkannt, wie wichtig es ist, das Evangelium Gottes zu hören, "das Evangelium Gottes … von seinem Sohn Jesus Christus" (Röm 1,1ff) "Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben." (Röm 1,16f) So verkündigt es der Herr durch den Apostel Paulus.

Und in den Worten, die für Martin Luther und für die Reformation so wichtig wurden, heißt es dazu weiter: "Ich rede aber von der Gerechtig-keit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut ..." (Röm 3,22-25a)

Das Heil Gottes für Dich für Zeit und Ewigkeit:
teuer erworben durch den stellvertretenden Sühnetod Jesu Christi, des
Sohnes Gottes;
dem Sünder aus Gottes großer Gnade geschenkt;
im Glauben zu empfangen.
Christus allein (solus Christus),
aus Gnade allein (sola gratia),
durch den Glauben allein (sola fide).

Wer an Jesus Christus glaubt, "der ist gerecht" (Röm 10,4). Gerecht vor dem heiligen Gott, der ihm die Gerechtigkeit Christi aus Gnade, um Christi willen zurechnet. Dieser teure Glaube aber "kommt aus der Predigt", wörtlich: "aus dem Hören" des - unverfälscht verkündigten - Evangeliums (Röm 10,17). Deshalb ist es für jeden Menschen auf Erden so unendlich wichtig, ja heilsentscheidend, auf das Evangelium zu hören und es im von Gott geschenkten Glauben anzunehmen.

Herr, dein Wort, die edle Gabe,
diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe
und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist's nicht um tausend Welten,
aber um dein Wort zu tun.
Halleluja, Ja und Amen!
Herr, du wollest auf mich sehn,
daß ich mög in deinem Namen
fest bei deinem Worte stehn.
Laß mich eifrig sein beflissen,
dir zu dienen früh und spat
und zugleich zu deinen Füßen
sitzen, wie Maria tat.

Es grüßen Sie, liebe Gemeindeglieder, herzlich
Ihr Pfarrer Hamel, Mitarbeiter und Kirchvorsteher mit dem Lied EG 195  von Johann Walter:

Allein auf Gottes Wort will ich
mein Grund und Glauben bauen.
Das soll mein Schatz sein ewiglich,
dem ich allein will trauen.
Auch menschlich Weisheit will ich nicht
dem göttlich Wort vergleichen.
Was Gottes Wort klar spricht und richt',
dem soll doch alles weichen.

Alleine Christus ist mein Trost,
der für mich ist gestorben,
mich durch sein Blut vom Tod erlöst,
die Seligkeit erworben;
hat meine Sünd getragen gar,
bezahlt an seinem Leibe.
Das ist vor Gott gewißlich wahr,
hilf Gott, daß ich's fest gläube.

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
hilf, daß mein Glaub dich preise,
mein Fleisch dem Geist Gehorsam leist,
des Glaubens Frucht beweise.
Hilf, Herre Christ, aus aller Not,
wenn ich von hinnen scheide,
und führe mich auch aus dem Tod
zur Seligkeit und Freude.