Monatsandacht

Dezember 2017 und Januar 2018

Das Volk, das im Finstern wandelt; sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (Jes. 9,1)

Der Stall von Bethlehem. Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe. Und davor die staunenden und anbetenden Hirten. Wie oft ist dieser besondere Augenblick von den vielen Künstlern im Laufe der Zeiten ins Bild gesetzt worden! Welche Innigkeit des Gesichtsausdruckes der Hirten, ihrer Körperhaltung, ihrer Hingabe an dieses Kind!

Die Hirten waren die ersten, die den neugebornen Heiland sehen durften. Und sie waren zu dem Augenblick die Bestinformierten. Sie wußten, zu wem sie da kamen. Der Engel, der himmlische Bote Gottes, hatte es ihnen soeben dort auf dem Felde offenbart: "Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." (Lk 2,10f)

"Der Heiland", der "Christus" – d.h. der gesalbte Heilskönig Gottes, hebr.: der Messias - , "der Herr", Gott, Gottes Sohn, ist uns, ist für uns geboren. Als Menschen, die die Heilige Schrift des alten Testaments kannten und in den Heilsverheißungen Gottes lebten, wußten die Hirten sofort, zu welchem lange erwarteten Kind sie jetzt eilten und kamen und es fanden. Und ihm die Ehre gaben, die dem Sohn Gottes gebührt. Sie beteten das Kind an. Gewiß fielen oder knieten sie dabei vor ihm auch nieder, wie es bei den Weisen dann ausdrücklich erwähnt wird (Mt 2,2+11).

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,
Maria und Joseph betrachten es froh,
die redlichen Hirten knien betend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebet die Händlein und danket wie sie;
stimmt freudig, ihr Kinder, - wer wollt sich nicht freun? –
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein.

"Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war." (Lk 2,17) Christus, der Herr, der Heiland! Er rettet aus Sünde, Bindungen und Tod. Und bringt Leben und Seligkeit. Große Freude allem Volk!

Seither und zumal seit Jesu am Kreuz vollbrachtem Heilandswerk und seiner Auferstehung geht der frohe Heilsbotschaft von ihm durch alle Welt an alle Menschen. Wo sie gehört und angenommen wird, da kommt es zum Glauben an Jesus und zur dankbaren Anbetung.

Und erst recht in der himmlischen Welt Gottes setzt sich der auf dem Hirtenfeld erklungene Jubel der himmlischen Heerscharen über Jesus, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, fort. Im Hebräerbrief heißt es von dem Sohn Gottes: "Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten." (Hebr 1,6; vgl. dazu Offb 5)

Der Philipperbrief schildert den Heilandsweg des Gottessohnes in seiner Erniedrigung (Krippe und Kreuz) sowie Erhöhung: "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters." (Phil 2,6-11)

Unsere Weihnachtslieder bestehen deshalb zum größten Teil aus Verkündigung und Anbetung.

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ,
sei dir von mir gesungen,
daß du mein Bruder worden bist
und hast die Welt bezwungen;
hilf, daß ich deine Gütigkeit
stets preis in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort oben
in Ewigkeit dich loben.

Allen Gemeindegliedern eine frohe Weihnachtszeit und ein gesegnetes Jahr 2018 !

Es grüßen Sie, liebe Gemeindeglieder, herzlich
Ihr Pfarrer Hamel, Mitarbeiter und Kirchvorsteher mit dem Lied EG 16 1+2:

Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt. Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.