Die neuen Glocken der evangelisch-lutherischen St. Georg-Kirche zu Chemnitz-Rabenstein und ihre Glockenzier

(3. Teil)

Am Freitag vor Pfingsten, dem 13. Mai 2016, wurden in Innsbruck bei Glockengießerei Grassmayr unsere drei neuen Bronzeglocken gegossen.

Glocke Hoffnung

Die große Glocke (Tonhöhe f 1), trägt den Namen „Hoffnung“. Ihre Aufschrift lautet: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Röm 12,12

Gemeint ist die Hoffnung, die Gott durch Kreuz und Auferstehung seines Sohnes der an ihn glaubenden Gemeinde eröffnet hat – und von der es im 1. Petrusbrief voll jubelnder Freude heißt: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten – zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werden zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit.“ (1. Petr 1,3-5)

An dieser von Gott selbst eröffneten Hoffnung gilt es fröhlich, geduldig und beharrlich festzuhalten, im Aufblick zu Jesus im Hören auf das Gotteswort und im Gebet. Und dies in den Widrigkeiten und kleinen und großen Nöten des Lebens, in Krankheit, Tod, Trauer, in Anfechtungen und wohlmöglich gar Verfolgungen um Christi willen.

Anschaulich vor Augen führt uns solchen Glaubenskampf eines Christen das Bild des Ritters Georg im mittleren Altarfenster unserer Rabensteiner Kirche: der Kampf und die Bewährung des Christen in der Welt in der Zeit zwischen der Himmelfahrt Christi (linkes Altarfenster) und Christi sichtbarer Wiederkunft zum Weltgericht und zur Heimholung seiner Gemeinde (rechtes Altarfenster). Der Ritter / der Christ ist gewappnet mit der Schutz- und Waffenrüstung (Eph 6,10-17). Der Drachen, die alte Schlange, der Teufel, liegt schon irreversibel besiegt am Boden, kann in seinem Todeskampf aber noch gefährlich sein. Nüchternheit des Glaubens ist deshalb angebracht und der beständige Aufblick des Glaubens zum Sieger Jesus Christus.



Denn nicht der Ritter Georg hat den Drachen besiegt, sondern der Herr Jesus Christus hat mit seinem Kreuzestod und seiner Auferstehung den Sieg vollbracht. Und Jesus allein ist es auch, der den Ritter / den Christen trotz und gegen Tod und Teufel durch alles hindurch zum ewigen Leben bringen wird. Der Ritter / der Christ blickt deshalb glaubend nach oben, zu Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, dargestellt in seiner österlichen Siegesfahne. „Laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.“ (Hebr 12,1b-2a)

Den oberen Teil dieser besonderen Darstellung unseres Kirchenfensters von 1929 finden wir nun auch auf der neuen großen Glocke „Hoffnung“ wieder. Diese Glocke mit ihrem ernsten und feierlichen Ton, die außer im vollen Geläut zum Gottesdienst auch als Sterbeglocke sowie jeden Tag als Abendglocke Verwendung findet, ruft uns angesichts der Endlichkeit unseres irdischen Lebens und mitten in den Nöten der ihrem Ende zueilenden Welt zum getrosten Hoffen auf unsern Herrn und Erlöser Jesus Christus.

„Ja, ich komme bald.“ – „Amen, ja, komm, Herr Jesus !“ (Offb 22,20)